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5. Oktober 2026
Feature Releasevon Claudius Neidig

Werbung in ChatGPT: Neues Bildformat und Messung für Werbetreibende

OpenAI baut die Werbung in ChatGPT aus: Ein neues Bildformat erscheint bei der Bilderstellung, dazu kommen Anbindungen an Attributions-Tools, Inkrementalitätstests und Brand-Safety-Prüfungen. Was das für Marketing-Teams und für die IT bedeutet.

ChatGPT wird zum Werbekanal mit Messung

OpenAI hat am 5. Oktober 2026 die nächste Ausbaustufe der Werbung in ChatGPT vorgestellt. Neu ist ein visuelles Anzeigenformat: Während jemand in ChatGPT ein Bild erstellen lässt, kann daneben eine Anzeige mit Produktbildern erscheinen. Sie ist gekennzeichnet und vom erzeugten Bild getrennt. Die Tests starten noch im Oktober in den USA, zunächst mit einer ausgewählten Gruppe von Werbetreibenden.

In Deutschland zeigt ChatGPT bereits seit August 2026 Anzeigen, und zwar in den kostenlosen Tarifen und in ChatGPT Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. In Europa verzichtet OpenAI vorerst auf personalisierte Anzeigen.


Die Messung schließt an bestehende Systeme an

Der größere Schritt für Werbetreibende ist die Messung. Bisher war ChatGPT als Kanal schwer mit dem Rest des Marketing-Stacks zu verbinden. Das ändert sich:

  • Datenplattformen: Conversions lassen sich aus Hightouch, Tealium und LiveRamp übertragen.
  • Attribution: Angebunden sind unter anderem AppsFlyer, Adjust, Branch, Singular, Kochava, Triple Whale und Northbeam.
  • Inkrementalität: Mit Haus, Measured und WorkMagic sind geografische Tests möglich, die zeigen, ob eine Kampagne zusätzliche Verkäufe bringt oder nur ohnehin geplante Käufe einsammelt.
  • Brand Safety: DoubleVerify und Integral Ad Science prüfen in Pilotprojekten das Umfeld der Anzeigen, nach OpenAIs Angaben ohne Zugriff auf private Gespräche.

OpenAI nennt eine Reichweite von 1,2 Milliarden Menschen pro Woche und zwei Fallbeispiele: WeightWatchers zahlte pro Neukunde 15,3 % weniger als bei bezahlter Suche, bei Portland Leather waren 93 % der Besucher aus ChatGPT-Anzeigen Neukunden. Das sind Herstellerzahlen, eigene Tests ersetzen sie nicht.


Was Marketing-Teams jetzt prüfen sollten

Kampagnen lassen sich per Self-Service unter ads.openai.com anlegen, auch für Werbetreibende in Europa. Bevor Budget fließt, lohnen drei Fragen:

  • Einwilligung: Wer Conversions über Tealium oder LiveRamp an OpenAI zurückspielt, braucht dafür eine saubere Rechtsgrundlage und meist eine Einwilligung im Consent-Banner. OpenAI ist ein US-Anbieter, die Datenübermittlung gehört in die Datenschutzerklärung.
  • Vergleichbarkeit: Ein Inkrementalitätstest ist aussagekräftiger als die Attribution im Werbekonto. Gerade bei einem neuen Kanal überschätzen Last-Click-Zahlen schnell den Effekt.
  • Umfeld: Welche Themen sollen ausgeschlossen sein? Die Brand-Safety-Piloten laufen erst an, die Steuerung ist noch gröber als bei Google oder Meta.

Was die IT wissen sollte

Für die interne Nutzung ändert sich nichts, solange die Mitarbeitenden über ChatGPT Business oder Enterprise arbeiten, denn diese Tarife sind werbefrei. Wer dagegen private Gratis-Konten für die Arbeit nutzt, sieht jetzt Anzeigen. Das ist ein weiteres Argument, die dienstliche Nutzung über verwaltete Konten laufen zu lassen, neben Datenschutz und Admin-Kontrolle.


Fazit

ChatGPT-Werbung ist mit diesem Schritt kein Experiment mehr, sondern ein Kanal mit Anschluss an die üblichen Mess-Werkzeuge. Für Marketing-Teams im B2C-Bereich lohnt ein kleiner, sauber gemessener Test mit Inkrementalitätsprüfung. Für B2B ist die Reichweite in der Zielgruppe schwer einzuschätzen, solange es in Europa keine personalisierte Aussteuerung gibt.