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7. Mai 2026
Feature Releasevon Claudius Neidig

Clay launcht Claygent Builder: GTM-Agenten direkt in Clay bauen und versionieren

Clay hat am 7. Mai 2026 den Claygent Builder vorgestellt — eine integrierte Umgebung, in der GTM-Teams Agenten in natürlicher Sprache beschreiben, auf echten Daten testen und versioniert ausrollen. Mit dabei: das Tool Sculptor, Modellwahl inklusive GPT-5 und Anbindung an 150+ Datenquellen.

Claygent Builder: Agenten bauen, ohne zwischen Tools zu springen

Am 7. Mai 2026 hat Clay den Claygent Builder vorgestellt. Statt Prompts in Claude, ChatGPT oder Cursor vorzuformulieren und dann in Clay zu kopieren, sollen GTM-Teams Agenten künftig direkt in Clay bauen, testen und versionieren. Die Plattform adressiert drei Probleme, die GTM-Builder regelmäßig nennen: Kontext, Iteration und Wiederverwendbarkeit.

Die Logik dahinter: Der Geschäftskontext (Konten, Personen, Kampagnen) liegt ohnehin schon in Clay. Wenn Agenten in derselben Umgebung entstehen, fällt das Hin- und Herkopieren weg — und Änderungen lassen sich zentral pflegen, statt in Skripten und Sheets zu verstreuen.


Vier Bausteine des Claygent Builders

Die Ankündigung benennt vier zentrale Funktionen:

  • Sculptor — übersetzt natürlichsprachige Beschreibungen in funktionierende Prompts. Aus „prüfe, ob das Unternehmen ein Hauptbüro in DACH hat und finde den Operations-Lead" wird ein Agent mit definierten Schritten und Tools
  • Testen vor Skalierung — Agenten können kostenlos auf echten Datensätzen geprüft werden, bevor sie auf 10.000 Konten losgelassen werden. Verschiedene Modelle (darunter GPT-5) sind im Test wählbar
  • Zentralisierte Agent-Logik — Eine Änderung am Agenten wirkt auf alle Deployments, nicht nur in einzelnen Tabellen. Das löst das klassische „Drift-Problem", wenn Prompts in fünf Tabellen leicht unterschiedlich kopiert wurden
  • Kontext-Anbindung — PDFs, CSVs und Business-Dokumente lassen sich direkt anhängen, statt sie vorher zu zerlegen

Modelle, Daten und Integrationen

Unter der Haube setzt der Builder auf Modellwahl statt Modellzwang: GPT-5 ist explizit genannt, weitere Modelle sind im Builder auswählbar. Beim Datenzugriff bleibt Clays Stärke erhalten — 150+ Datenanbieter stehen weiter zur Verfügung, ebenso die bestehenden Anbindungen an Salesforce und HubSpot.

Operativ wichtig: Es gibt eine Versionskontrolle mit Rollback. Wer einen Agenten produktiv hat und eine neue Variante testet, kann zu einer früheren Version zurückkehren — das macht den Builder anschlussfähig an die Reife-Erwartungen, die GTM-Teams aus ihren CRMs gewohnt sind.


Use Cases aus der Ankündigung

Clay zeigt drei Beispiele, die illustrieren, wofür der Builder gedacht ist:

  • RemoteClip — eine B2B-Agentur betreibt 20–30 Agenten für personalisierte Outbound-Kampagnen und führt das auf eine sechsstellige Umsatzlinie zurück
  • Ziik — ein SMB-Intranet-Anbieter ersetzt statische Template-Mails durch individuelle, ICP-gefilterte Mails pro Konto
  • Clays Wachstumsteam — baut einen „Corporate Address Tracer" für ABM-Notecards, der in über 20 Iterationen verfeinert wurde

Auffällig: Alle drei Beispiele beschreiben Agenten als iterative Artefakte, nicht als Einmal-Setups. Das ist genau der Punkt, an dem ein Builder mit Versionskontrolle einen Unterschied macht — eine Liste mit „20 Iterationen" wäre ohne diese Mechanik schwer zu warten.


Verfügbarkeit und Kosten

Der Claygent Builder ist auf allen Plänen verfügbar — sowohl in alten als auch in neuen Preisstufen. Das Abrechnungsmodell bleibt unverändert: ein Action pro Durchlauf plus Daten-Credits, identisch zu den bisherigen Claygents. Wer Clay schon nutzt, kann ohne neuen Lizenzschritt einsteigen.


Was das für GTM-Teams im DACH-Raum bedeutet

Drei Implikationen sind direkt anwendbar:

  • Weniger Tool-Wechsel. Wer heute Prompts in Claude oder ChatGPT entwirft und dann in Clay einsetzt, kann den Workflow konsolidieren — gut für Compliance und Datenfluss
  • Iterations-Disziplin. Agenten, die in produktiven Outbound-Kampagnen laufen, brauchen Versionierung. Der Builder macht das niederschwellig — wer das gestern in Excel-Tabellen verfolgt hat, sollte jetzt umstellen
  • Datenschutz prüfen. Modellwahl mit GPT-5 und Anbindung an externe Datenanbieter heißt, dass Personenbezug entstehen kann. Vor dem Roll-out in DACH-Teams lohnt ein Check, welche Daten in welche Modelle fließen — das ist nicht beim Builder neu, wird durch ihn aber niedriger-schwellig

Fazit

Der Claygent Builder ist weniger ein einzelnes Feature als eine Reifestufe: Clay verschiebt sich von einem Datenanreicherungs-Tool zu einer Plattform für GTM-Agenten mit echtem Engineering-Workflow. Für GTM- und Ops-Teams, die in Clay bereits operationalisiert sind, ist der Einstieg trivial — alle Pläne haben Zugriff. Wer GTM-Agenten bisher in Drittsystemen entworfen hat, sollte spätestens jetzt prüfen, ob der Builder den Workflow nicht deutlich verkürzt.