Ein Ort für alle Betriebsdaten
Cloudflare hat am 2. Oktober 2026 acht Neuerungen vorgestellt, die bisher verstreute Werkzeuge zu einer Observability-Plattform zusammenführen. Logs, Traces, Analysen, Alerts, Dashboards und der Export von Telemetriedaten liegen damit an einer Stelle. Für Teams, die Websites, Workers oder KI-Anwendungen über Cloudflare betreiben, heißt das: weniger Suchen zwischen Menüs, ein Abfrageweg für alles.
Die wichtigsten Neuerungen:
- Logs Home: fasst Workers Observability und Log Explorer zusammen, mit HTTP-Anfragen, Firewall-Ereignissen, Workers, Containers, R2 und AI Gateway
- Cloudflare Traces (offene Beta): verfolgt eine Anfrage durch Sicherheitsregeln, Cache, Routing, Workers bis zum Ursprungsserver
- Unified SQL API (Beta): eine SQL-Abfrage über alle Cloudflare-Daten, auch über die neue
cf-CLI und direkt aus Workers - Custom Alerts (Beta): Schwellwerte, Anomalien und SLOs, mit Webhooks in allen Tarifen
Traces: Wo hängt die Anfrage?
Die spannendste Neuerung ist Cloudflare Traces. Bisher war Tracing auf Workers beschränkt. Jetzt zeigt ein einzelner Trace, welche Sicherheitsregel gegriffen hat, ob der Cache getroffen wurde, wie geroutet wurde und wie lange der eigene Server gebraucht hat.
Der Trace endet nicht bei Cloudflare. Er lässt sich über OpenTelemetry exportieren und mit W3C Trace Context in die eigenen Dienste weiterreichen. Wer bereits Grafana, Datadog oder ein anderes OpenTelemetry-Werkzeug nutzt, kann die Cloudflare-Strecke dort einbinden. Die Abtastrate ist einstellbar, damit die Datenmengen nicht ausufern.
Mehr für kleinere Tarife
Mehrere Funktionen, die bisher Enterprise-Kunden vorbehalten waren, wandern nach unten:
- Domain Analytics bündelt Verkehr, Performance, Sicherheit, Cache, Ursprung und DNS und speichert jetzt in allen Tarifen 30 Tage.
- Logpush steht allen Self-Service-Tarifen offen. Die SQL-basierten Transformers zum Filtern und Umformen vor dem Export sind allgemein verfügbar.
- Custom Dashboards kombinieren Logs, Traces und Sicherheitsereignisse in eigenen Ansichten.
Längere Aufbewahrung bis zu einem Jahr ist angekündigt, aber noch nicht verfügbar.
Neue Preise ab 1. Dezember 2026
Ab dem 1. Dezember 2026 rechnet Cloudflare Observability nach Datenvolumen ab statt nach Ereignissen. Das betrifft auch bestehende Logs aus Workers, Containers und AI Gateway.
- Free: 0,5 GB Aufnahme pro Tag, keine Zukäufe
- Paid und Enterprise: 50 GB Aufnahme und 10 GB-Monate Speicher inklusive, danach 0,25 US-Dollar pro GB Aufnahme und 0,10 US-Dollar pro GB-Monat Speicher
- Logpush: 0,03 US-Dollar pro GB für Exporte, 0,04 US-Dollar pro GB mit Transformers, 25 GB pro Monat inklusive
Ob das günstiger wird, hängt vom Profil ab. Viele kleine Ereignisse werden tendenziell billiger, ausführliche Logs mit großen Payloads eher teurer. Vor Dezember lohnt ein Blick auf das aktuelle Volumen, um Überraschungen auf der Rechnung zu vermeiden.
Fazit
Für Teams, die einen großen Teil ihres Stacks auf Cloudflare betreiben, ist die Plattform ein echter Schritt: Fehlersuche über den gesamten Anfrageweg, eine SQL-Schnittstelle und Alerts ohne Zusatztool. Ein separates Observability-Werkzeug ersetzt sie bei verteilten Systemen nicht, über OpenTelemetry lässt sie sich aber sauber anbinden. Bis Dezember solltest du das eigene Log-Volumen prüfen und die Abtastrate für Traces bewusst festlegen.