Zum Inhalt springen
Zurück zu Updates
2. Oktober 2026
Feature Releasevon Claudius Neidig

Cloudflare Web Search API: Websuche für KI-Agenten im AI Gateway

Cloudflare bietet im AI Gateway jetzt eine Web Search API an. KI-Anwendungen holen damit aktuelle Suchergebnisse von Ceramic.ai, Exa oder Linkup, abgerechnet zum Listenpreis der Anbieter. Was die Funktion kann und was du beim Datenfluss beachten musst.

Aktuelles Wissen für KI-Modelle

Sprachmodelle kennen die Welt nur bis zu ihrem Trainingsstand. Wer nach einer neuen API-Version, einer aktuellen Preisänderung oder den Nachrichten von gestern fragt, bekommt ohne Websuche veraltete oder erfundene Antworten. Cloudflare hat am 2. Oktober 2026 deshalb die Web Search API im AI Gateway vorgestellt. Sie liefert aktuelle Suchergebnisse, die eine Anwendung dem Modell als Kontext mitgibt.

Was Entwickler wissen müssen:

  • Aufruf über eine REST-Schnittstelle oder direkt aus Workers per env.AI.websearch()
  • Der Suchanbieter wird pro Anfrage über den Parameter provider gewählt
  • Abgerechnet wird über die Credits des AI Gateway, die Anfragen erscheinen in den normalen Logs
  • Eigene Schlüssel bei den Anbietern (BYOK) lassen sich einbinden
  • Fertige Server-Tools für Modellaufrufe sind angekündigt, aber noch nicht verfügbar

Drei Anbieter, große Preisunterschiede

Zum Start stehen drei Suchanbieter zur Wahl, die sich in Methode und Preis deutlich unterscheiden. Cloudflare reicht nach eigener Aussage die Listenpreise ohne Aufschlag weiter:

  • Ceramic.ai (Standard): eigener Index mit mehr als 40 Milliarden Seiten und ausführlichen Beschreibungen, rund 0,25 US-Dollar pro 1.000 Anfragen
  • Linkup: liefert belegte Textausschnitte ohne fertige Antwort, rund 5 US-Dollar pro 1.000 Anfragen
  • Exa: verbindet Stichwort- und semantische Suche und liefert passende Auszüge, rund 7 US-Dollar pro 1.000 Anfragen

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegt fast der Faktor 30. Bei einem Agenten, der pro Aufgabe zehn Suchen startet, macht das schnell einen spürbaren Unterschied. Sinnvoll ist ein Vergleich mit eigenen Testfragen, bevor ein Anbieter fest eingestellt wird.


Datenfluss und Datenschutz

Suchanfragen von Agenten enthalten oft mehr, als man denkt: Kundennamen, Projektbezeichnungen, interne Fragestellungen. Diese Anfragen gehen an den jeweiligen Suchanbieter. Cloudflare will kennzeichnen, welche Partner keine Daten speichern (Zero Data Retention), eine fertige Übersicht gibt es noch nicht.

Für den produktiven Einsatz heißt das: Vor dem Start klären, welcher Anbieter welche Daten wie lange speichert, und das in die Dokumentation der Verarbeitung aufnehmen. Für Anwendungen mit sensiblen Eingaben lohnt ein Filter, der personenbezogene Daten aus den Suchanfragen entfernt.

Ein Pluspunkt für Website-Betreiber: Die Partner müssen Cloudflares Regeln für verifizierte Bots einhalten, also robots.txt beachten und Quellen angeben.


Einordnung

Die Web Search API passt zu Cloudflares Strategie, das AI Gateway zur zentralen Schaltstelle für KI-Anwendungen zu machen: Modelle, Kosten, Logs und jetzt auch die Websuche an einem Ort. Zusammen mit der neuen Observability-Plattform lassen sich Suchaufrufe und Modellaufrufe in einem System verfolgen.


Fazit

Für Teams, die ihre KI-Anwendungen ohnehin über Cloudflare betreiben, spart die Web Search API eine eigene Integration und einen weiteren Vertrag. Vor dem Produktiveinsatz stehen zwei Aufgaben: die Anbieter mit eigenen Fragen vergleichen und die Datenspeicherung des gewählten Anbieters klären.