Das Problem mit Vibe Coding im Unternehmen
Mit Tools wie Lovable bauen Fachabteilungen in wenigen Stunden eigene Anwendungen: ein Freigabe-Tool, ein Dashboard, eine kleine Datenbank. Für die IT ist das bisher ein Albtraum. Die Apps laufen bei einem fremden Anbieter, haben eigene Logins, und niemand weiß, welche Firmendaten darin landen. Viele Unternehmen haben solche Tools deshalb schlicht gesperrt.
Am 28. September 2026 haben Lovable und Microsoft eine Lösung vorgestellt: Apps aus Lovable laufen jetzt im eigenen Microsoft-Tenant des Unternehmens, mit Anmeldung über Microsoft Entra ID und unter Kontrolle der IT.
So funktioniert es
Grundlage ist die Copilot Managed Runtime, die Microsoft am 25. September als Public Preview vorgestellt hat. Sie führt KI-generierte Apps innerhalb der Grenzen des Microsoft-365-Tenants aus. Lovable ist der erste externe Partner, der über ein eigenes SDK daran andockt.
- Die App wird in Lovable wie gewohnt per Beschreibung gebaut
- Beim Veröffentlichen verpackt Lovable sie mit dem SDK und rollt sie in den Entra-Tenant aus
- Mitarbeitende öffnen sie mit ihrem Arbeitskonto, die IT steuert den Zugriff über Gruppen im Verzeichnis
- Die App erscheint im App-Inventar des Unternehmens und unterliegt den bestehenden Richtlinien
Zugriff auf Microsoft-365-Daten
Die Apps können auf Outlook, Teams, Excel, SharePoint, OneDrive, Word, PowerPoint und OneNote zugreifen und dorthin zurückschreiben. Dazu kommen Microsoft Fabric, Dataverse und SQL. Laut Lovable bleiben die Daten dabei in den Microsoft-Systemen, es wird nichts exportiert oder kopiert.
Das macht den Unterschied: Ein Urlaubsplaner, der direkt mit den Outlook-Kalendern arbeitet, oder eine Auswertung über eine SharePoint-Liste war bisher nur mit Power Apps oder eigener Entwicklung machbar. Jetzt geht es mit Vibe Coding, ohne dass die Daten das Haus verlassen.
Was die IT vorab klären muss
- Einmalige Freigabe: Ein Tenant-Admin muss der Lovable-Anwendung in Entra zustimmen und von außen gebaute Apps in den Umgebungen zulassen.
- Preview-Status: Die Copilot Managed Runtime ist noch Public Preview, für geschäftskritische Anwendungen ist es zu früh.
- Lovable-Tarif: SSO, SCIM, Audit-Logs und Anmeldung über Entra gibt es in den Business- und Enterprise-Tarifen von Lovable.
- Regeln für Fachabteilungen: Wer darf veröffentlichen, wer prüft die App, wer ist für sie verantwortlich, wenn die Person das Unternehmen verlässt?
Ein Punkt bleibt offen: Die App läuft im Tenant, gebaut wird sie aber weiterhin bei Lovable. Welche Daten beim Bauen zu Lovable gelangen, etwa Beispieldaten oder Beschreibungen, sollte die IT vor dem Start klären.
Fazit
Die Partnerschaft macht Vibe Coding für Unternehmen mit Microsoft 365 erstmals ernsthaft einsetzbar. Statt Lovable zu sperren, kann die IT es kontrolliert freigeben. Für den Anfang eignet sich ein Pilot mit einer Fachabteilung und einer klar umrissenen internen App, begleitet von Regeln, wer veröffentlichen darf.