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22. September 2026
Feature Releasevon Claudius Neidig

DeepL per MCP in Microsoft Copilot, ChatGPT und Claude

DeepL ist seit dem 22. September 2026 über einen gehosteten MCP-Server in Microsoft Copilot, ChatGPT und Claude nutzbar. Übersetzt wird mit DeepL statt mit dem Sprachmodell, und die Glossare und Stilregeln des Unternehmens gelten auch im Assistenten.

Was neu ist

DeepL stellt seine Übersetzung jetzt über das Model Context Protocol bereit. Am 22. September 2026 hat DeepL die Anbindung an Microsoft Copilot, ChatGPT und Claude angekündigt. Jeder weitere KI-Assistent, der entfernte MCP-Server unterstützt, lässt sich ebenfalls verbinden.

Der Unterschied zur Übersetzung durch das Sprachmodell selbst: Der Assistent gibt die Aufgabe an DeepL ab. Damit gelten die Glossare und Stilregeln, die im DeepL-Konto des Unternehmens hinterlegt sind. Produktnamen, Fachbegriffe und Tonalität bleiben so einheitlich, egal in welchem Tool gearbeitet wird.


Was der MCP-Server kann

  • Texte übersetzen, einzeln oder mehrere Sprachen auf einmal, dazu Umformulieren und Korrigieren
  • Dokumente übersetzen mit erhaltener Formatierung, inklusive Tabellen, Überschriften und Bildern
  • Glossare und Stilregeln anwenden, anlegen und bearbeiten, sofern die Rolle im DeepL-Team das erlaubt

Insgesamt bietet der Server bis zu 28 Werkzeuge. Welche davon zur Verfügung stehen, hängt vom DeepL-Tarif ab.


Einrichtung und Voraussetzungen

In Microsoft Copilot kommt DeepL über den Microsoft Marketplace bzw. den Agent Store dazu. In Claude steht DeepL im Connector-Verzeichnis, in ChatGPT wird es als benutzerdefinierter Connector hinzugefügt. Die Anmeldung läuft per OAuth mit dem DeepL-Konto, ein API-Schlüssel ist nicht nötig.

Wichtig bei der Tarifwahl: Der gehostete Server funktioniert mit DeepL Free und den Seat-basierten Tarifen (Individual, Team, Business, Enterprise). Das reine API-Abo für Entwickler reicht dafür nicht. Wer nur einen API-Schlüssel hat, kann stattdessen den quelloffenen MCP-Server von DeepL selbst betreiben.


Datenschutz und Admin-Steuerung

Laut DeepL werden die übermittelten Texte nicht zum Training der DeepL-Modelle genutzt, die Anfragen laufen unter den bestehenden Verträgen. Team-Admins können den Zugriff über KI-Connectoren für die ganze Organisation abschalten. In Claude Team und Enterprise müssen die Owner den Netzwerkzugriff auf mcp.deepl.com freigeben.

Eine Sache sollte in der Datenschutzprüfung trotzdem auftauchen: Der Text geht zuerst an den KI-Assistenten und von dort an DeepL. Für vertrauliche Dokumente gelten also die Regeln beider Anbieter, nicht nur die von DeepL.


Fazit

Für Unternehmen mit gepflegten DeepL-Glossaren ist das die interessanteste Neuerung: Die Terminologie gilt jetzt auch dort, wo Mitarbeitende ohnehin arbeiten. Vor dem Rollout lohnt ein Blick auf den Tarif und eine Entscheidung, ob der Connector für alle oder zunächst für einzelne Teams freigeschaltet wird.

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