Skills: Arbeitsweise einmal beschreiben, überall nutzen
Mit Notion 3.7 vom 15. September 2026 lassen sich Skills anlegen: wiederverwendbare Anweisungen, die der KI beibringen, wie ein Team arbeitet. Beispiele aus der Ankündigung sind ein monatlicher Geschäftsbericht im hauseigenen Format oder ein Dokumenten-Review nach den Maßstäben der Leitung.
Der Unterschied zu einem gespeicherten Prompt ist die Verwaltung. Skills liegen in einer gemeinsamen Skills Library, lassen sich in einer Notion-Datenbank pflegen, und alle im Arbeitsbereich greifen auf die jeweils aktuelle Fassung zu. Damit wird aus verstreutem Prompt-Wissen etwas, das man versionieren und verantworten kann.
Der interessanteste Teil: der Export
Skills lassen sich als SKILL.md herunterladen und in Claude Code, Codex und Cursor weiterverwenden. Notion benachrichtigt, wenn eine neuere Fassung vorliegt. Damit landet die Arbeitsanweisung als schlichte Markdown-Datei dort, wo entwickelt wird.
Das ist mehr als ein Detail: Dieselbe Datei beschreibt die Arbeitsweise im Dokumenten-Werkzeug und in der Entwicklungsumgebung. Wer seine Abläufe ohnehin schon als Dateien im Repository pflegt, bekommt hier eine gemeinsame Form dafür, statt die Regeln in jedem Werkzeug neu zu formulieren.
Was noch dazukommt
- Sub-Agenten: Ein Agent kann Aufgaben an andere Agenten abgeben, etwa im IT-Support.
- Nach Besprechungen: automatische Zusammenfassung und Verwaltung der Aufgaben, nur in Business und Enterprise.
- Agenten in Dokumenten direkt einbettbar.
- Neue Modelle: Claude Opus 5, GPT-5.6 Sol und Kimi K3, dazu eine Auswahl und ein Knowledge Board zur Bewertung der Ergebnisse.
- Eigene MCP-Verbindungen zu GitHub, Amplitude und weiteren Diensten, in der Beta für Business und Enterprise.
- Eine iOS-App für Agenten, ein Developer Portal, ein Agent SDK in der offenen Beta und eine um 50 % schnellere KI-Suche.
Was Admins klären sollten
Mit geteilten Skills und eigenen MCP-Verbindungen wächst die Angriffsfläche. Ein Skill, den alle nutzen, ist auch eine Anweisung, die alle verändern können, und eine MCP-Verbindung zu GitHub oder Amplitude holt Unternehmensdaten in den Arbeitsbereich. Vor dem Ausrollen gehören deshalb drei Fragen geklärt: Wer darf Skills veröffentlichen, wer genehmigt neue Verbindungen, und was passiert mit den Daten, die dabei verarbeitet werden.
Dazu kommt die Tarif-Frage. Mehrere der interessanten Funktionen hängen an Business oder Enterprise. Wer heute auf einem kleineren Tarif arbeitet, sollte vor der Planung prüfen, was davon tatsächlich verfügbar ist.
Fazit
Notion macht aus Prompt-Sammlungen etwas Verwaltbares, und der Export als SKILL.md ist ein sinnvoller Schritt gegen Insellösungen. Wenn dein Team mit Notion arbeitet, lohnt es sich, zwei oder drei wiederkehrende Aufgaben als Skill zu beschreiben und zu prüfen, ob dieselbe Datei auch in der Entwicklungsumgebung trägt. Die Rechtefrage klärst du besser vorher als hinterher.