Legal-KI: KI-Tools für Kanzleien und Rechtsabteilungen
Verträge prüfen, Rechtsprechung recherchieren und Schriftsätze entwerfen, mit KI, die für juristische Arbeit gebaut ist. Diese Plattformen richten sich an Kanzleien und Rechtsabteilungen.
Drei Plattformen, drei Herkünfte
Harvey aus San Francisco ist der bekannteste Name und bei großen Wirtschaftskanzleien verbreitet, in Deutschland etwa bei Heuking und in der Rechtsabteilung der Telekom. Legora aus Stockholm setzt auf den gemeinsamen Arbeitsraum und wertet viele Dokumente auf einmal als Tabelle aus. Noxtua aus Berlin ist die souveräne Option: entstanden mit CMS, seit September 2026 mehrheitlich bei C.H.Beck, mit Recherche auf den Inhalten europäischer Rechtsverlage. Legora und Noxtua arbeiten direkt in Word und Outlook.
Verschwiegenheit geht vor
Mandantendaten in einem KI-Werkzeug sind eine Frage der Berufspflichten nach § 43e BRAO, nicht nur der DSGVO. Kläre vor dem Einsatz, wo verarbeitet wird, ob Eingaben zum Training genutzt werden und wie Mandate voneinander getrennt bleiben. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist Pflicht. Die fachliche Kontrolle bleibt bei dir: Eine KI, die ein Urteil erfindet, ist kein theoretisches Risiko, sondern in mehreren Verfahren schon vorgekommen.
Womit anfangen
Der schnellste Nutzen liegt bei Fleißarbeit mit klarem Rahmen: Datenräume durchsuchen, Verträge gegen eine Checkliste prüfen, Zusammenfassungen für Mandanten. Für den Einstieg reicht oft auch ein allgemeiner Assistent mit Unternehmensvertrag. Die spezialisierten Plattformen lohnen sich, wenn Dokumentmengen und Mandatszahl wachsen und die Arbeit im Team stattfindet.